Die Geschichte des Cappeler Schützenvereins e.V. (von Helmut Lemke und Eugen Teigeler)
Zur Einführung
"Im Jahre 1837 bildete sich in Cappel und Umgegend eine Schützengesellschaft. Das Gründungsjahr ist durch mündliche Überlieferung festgestellt worden und findet seine Bestätigung außerdem durch die alte Fahne, in die das Jahr 1837 eingestickt ist. Die Schützengesellschaft wurde im Jahre 1900 zu einem eingetragenen Verein ausgebaut und heißt seitdem Cappeler Schützenverein. Sitz des Vereins ist Cappel. Als Gründungsjahr bleibt das Jahr 1837 bestehen".
(§1 der Satzung vom 28. Mai 1926)
Auf diese in der Satzung von 1926 kurz dokumentierte Gründungs- und Vereinsgeschichte soll im nachfolgenden Beitrag näher eingegangen werden. Hierfür wurde auf die Protokollbücher des Schützenvereins (ab 1900), auf alte Urkunden sowie auf Berichte im „Wochenblatt für den Kreis Lippstadt" und in der Tageszeitung Der Patriot" zurückgegriffen. Vereinseigene Schriftstücke aus der Zeit vor 1900 sind verschollen. Bei der Schilderung der geschichtlichen Abläufe dieses Zeitraumes waren die Verfasser auf Schriftstücke und Urkunden aus fremden Archiven und auf Berichte über Schützenfeste etc. in der örtlichen Presse angewiesen. Trotz dieser spärlichen Quellen ist es gelungen, auch die Geschichte des Vereins im vorigen Jahrhundert zumindest in groben Zügen aufzuzeichnen.
Die Gründung der Schützen-Gesellschaft Cappel im Jahre 1837
Lange Zeit gab nur die alte Traditionsfahne mit der Aufschrift "Stift Cappel 1837" (sie ist auf der Titelseite abgebildet) dem Verein die Gewißheit, daß er seit 1837 besteht. Außer noch durch mündliche Überlieferungen konnte diese Tatsache über lange Zeit sonst nicht belegt werden. Dank der Bemühungen des Stellvertr. Vereinsführers Paul Eickhoff fanden sich im Staatsarchiv Detmold Schriftstücke des Vereins aus dem Jahre 1839 wieder, nach denen seit 1837 in Cappel Schützenfeste gefeiert werden. Diese Schriftstücke wurden zum Teil in den seit 1971 alljährlich erscheinenden Sonderbeilagen
"Cappeler Schützenfest"in der Tageszeitung
"Der Patriot" vom Schützenbruder Paul Eickhoff veröffentlicht.
Der Antrag des Vorstandes des Schützenvereins Cappel vom 1. Juni 1839, gerichtet an die
"Hochfürstlich Lippische Regierung zu Detmold", ist das bis heute älteste Dokument, welches einen Hinweis auf das Bestehen eines Schützenvereins in Cappel ab 1837 gibt. Der Antrag befindet sich im Original im Staatsarchiv Detmold und hat folgenden Wortlaut:
"Unterthänigst gehorsame Vorstellung und Bitte des Schützenvorstandes zu Stift Cappel um eine Beisteuer zu dem jährlichen Schützenfeste aus der Stiftskasse. In früheren Jahren bestand hierselbst die Gewohnheit, daß den hiesigen Eingesessenen, sowie denen auf dem Stifts-Hofe-Saat wohnenden Eigenbehörigen jährlich, gewöhnlich im Monat Mai oder Juni, eine Festlichkeit unter dem Namen des Pfingstbieres vom Stifte bereitet und die Kosten für Bier und Musik, welche dabei gegeben wurden, aus der Stiftskasse bezahlt. Seit dem Tode der letztverstorbenen hochseligen Frau Äbtissin aber ist diese Gewohnheit aus uns unbekannten Gründen eingegangen. Da nun seit zwei Jahren hierselbst ein Schützenfest zu Stande gekommen und gefeiert wird, dem Schützenverein aber zur Bestreitung der Kosten ein fester Fonds mangelt, und die Mehrzahl der Mitglieder keinen großen Beitrag zu leisten im Stande sind, so ergeht an Eure Hochfürstliche Lippische Regierung unsere unterthänigste gehorsame Bitte, die früherjährlich aus der Stiftskasse für dieß gedachte Pfingstbier bezahlten Kosten jetzt dem Schützenverein zu den Schützenfest-Feierlichkeiten gnädigst zu bewilligen und zu Theil werden zu laßen". Stift Cappel, den 1. Juni 1839
Der Vorstand des Schützenvereins St. Willbrand G. Meyer Fr. Trockel Andreas Osterhoff Stern
(Staatsarchiv Detmold, Signatur STAD L 80 1 a. Gr. XXI Tit. 11 Nr. 5) |
Der von der Hochfürstlich-Lippischen Regierung zu Detmold zur Stellungnahme aufgeforderte Rentmeister Schippmann zu Cappel spricht sich in seinen Schreiben vom 13. Juni 1839 und 4. Juli 1939 für eine Unterstützung des Schützenvereins aus. Seine Stellungnahmen haben folgenden Wortlaut:
"An die Hochfürstlich Lippische Regierung zu Detmold. Der Rentmeister Schippmann berichtet gehorsamst auf die ihm von Hochfürstlicher Regierung zum Bericht im Orig. communicirte und hierbei zurück erfolgende Vorstellung des hiesigen Schützenvorstandes. Es bestand hier, wie in der hierbei zurückerfolgenden Vorstellung des hiesigen Schützenvorstandes gesagt werden, früher die Gewohnheit und wurde jährlich den hiesigen Einwohnern so wie den auf der Stifts-Hofesaat wohnenden Eigenbehörigen im Münsterlande, dafür daß sie jährlich, kurz vor Pfingsten die Fußwege auf dem hiesigen Stiftsplatze sowie die Fußallee vor dem Stifte unentgeltlich schäufelten und rein machten, gleich nach Pfingsten an einem Sonntagnachmittage ein Fest unter dem Namen des Pfingstbieres gegeben, wobei getanzt wurde. Die Kosten für Bier und Musik, wofür im Stiftsetat unter Tit: VI, Nr. 3 derAusgabe 6rE ausgewiesen, wurden aus derStiftskasse bezahlt. Die Frau Äbtissin gab jedesmal auch ein Douceur (= Trinkgeld), gewöhnlich 1 Louidor, welcher dann mit zu diesem Feste verwendet wurde. Bis zum Tode der hochseligen Frau Äbtissin hat diese Gewohnheit stattgefunden. Da aber dieses Fest, weil es an einem passenden Tanzlokal fehlte, entweder in einem der Viehhäuser auf dem Stiftsplatze, oder auf dem Boden über der Pforte gefeiert wurde, so entstanden fast jedesmal beim Tanzen, weil sich manche ungebetene Gäste aus der Nachbarschaft mit einschlichen, unangenehme Auftritte und Verdrießlichkeiten, und weil die Eigenbehörigen in letzter Zeit doch wenig Lust mehr bezeigten einen unentgeltlichen Handdienst zu leisten,so wurde nach dem Tode der hochseligen Äbtissin das Schäufeln und Reinigen der Fußwege, für Geld aus der Stiftskasse bestritten, und diese Festlichkeit dagegen aufgehoben. Das seit ein paarJahren hier veranstaltete Schützenfest wird etwas großartig gefeiert und verursacht der Gesellschaft jährlich bedeutende Kosten, welche von den hiesigen Einwohnern nicht wohlgetragen werden können, weil der größte Theil derselben zu solchen Lustbarkeiten nichts übrig hat. Es würde der hiesigen Schützengesellschaft daher die nachgesuchte Beisteuer, wenn das Schützenfest bestehen soll, sehr gut zu statten kommen. Stift Cappel, den 13ten Juny 1839 A. Schippmann |
An die Hochfürstliche Lippische Regierung zu Detmold. Der Rentmeister Schippmann berichtet auf das Rescript Hochfürstlicher Regierung vom 18 ten v.M. über die Einrichtung und Feier des Schützenfestes zu Stift Cappel: "Daß hiesige Schützenfest wird erst seit 3 Jahren gefeiert, wer die erste Ide dazu angegeben undsolches eigentlich veranlaßthat ist mir nicht genau bekannt. Die Schützengesellschaft besteht nicht allein aus hiesigen Einwohnern, sondern es nehmen auch viele benachbarte aus dem Münsterlande Antheil daran. Der jährliche Beitrag den die wirklichen Mitglieder der Schützengesellschaft zurBestreitung der Festlasten zu zahlen haben ist auf 18 Mgr. (Mariengroschen) festgesetzt. Diejenigen welche nur bloße Zuschauer und nur an der Tanzbelustigung Theil nehmen wollen, bezahlen 12 Mgr. Das Fest selbst wird auf einem Platze im grünen gefeiert, es wird nach einem Vogel geschoßen und unter einem Zelte getanzt. In den Jahren 1837 und 1838 hat die hiesige Schützengesellschaft das Tanzzelt von den Schützenverein in Lippstadt geliehen, welches Ihr jährlich eine Miethe und sonstige Unkosten 15 Rtl. gekostet. In diesem Jahre aber hat sie, weil mehrere Colonen im Münsterlande, sowie einige hiesige Einwohner, freiwillig und unentgeltlich Holz und Leinwand geschenkt haben, sich selbst ein neues Tanzzelt bauen laßen. Die Erbauung dieses neuen Zeltes hat die Schützengesellschaft, obschon viele freiwillige Beiträge geleistet worden sind, dennoch bedeutende Kosten verursacht, welche aus der diesjährigen Einnahme nicht ganz gedeckt werden können, so daß sie einige Schulden behalten hat, welche sie aber in künftigen Jahren, da das Fest sich jährlich vieler fremder Besucher zu erfreuen hat, wieder zu decken hofft. Was die regen des Festes anbelangt, so kann solches so lange es auf die bisherige Art gefeiert wird, als ein sehr anständiges Fest deren Erholung und geselligen Vereinigung der Teilnehmer betrachtet werden, denn in den 3 Jahren daß solches gefeiert worden, ist nicht die geringste Unordnung und Unanständigkeit dabei vorgefallen, sondern immer in Fröhlichkeit und Eintracht gefeiert und scheint ein gutes Mittel zu sein ein anständiges Betragen zu befördern. Es haben auch mehrere Leute aus Lippstadt und der hiesigen Umgegend welche dem Feste beigewohnt haben, demselben ihren vollen Beifall bezeugt. Hiernach kann die Anstallt also mit Recht wohl der Unterstützung empfohlen werden" Stift Cappel den 4 ten July 1839 A. Schippmamm (Staatsarchiv Detmold L 80 Ia Gr. XXI Tit. 11 Nr. 5) |
Aufgrund dieser wohlwollenden Stellungnahmen des Stifts-Rentmeisters Schippmann bewilligt die Regierung zu Detmold am 9. August 1839 eine jährliche Beisteuer zum Cappeler Schützenfest.
Über die Schützenfeste in Cappel erscheinen im vergangenen Jahrhundert in aller Regel Vorankündigungen des Vorstandes bzw. Werbeanzeigen des Festwirtes im Wochenblatt für den Kreis Lippstadt. 1835 und 1836 erscheinen keine dieser sonst üblichen Mitteilungen, was darauf schließen läßt, daß in diesen Jahren noch keine Schützenfeste gefeiert wurden. Die Jahrgänge 1837 bis 1839 des im Stadtarchiv Lippstadt archivierten Wochenblattes für den Kreis Lippstadt, die sicherlich mehr Aufschluß über die ersten Schützenfeste und ggf. über die Gründung des Schützenvereins geben könnten, sind leider verschollen und auch in anderen Archiven (Institut für Zeitungsforschung Dortmund und Standortkatalog der deutschsprachigen Periodika, Universität Bremen) nicht aufzufinden. Im Wochenblatt für den Kreis Lippstadt erscheint am 16. Mai 1840 (Ausgabe 20, Seite 158) sowohl eine Anzeige des Festwirtes Roolf als auch die Vorankündigung des Schützenvorstandes für das am 24. und 25. Mai 1840 geplante Schützenfest:
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"Am 24. und 25. Mai dieses Monats Mai wird das hiesige Schützenfest gefeiert. Freunde des geselligen und ländlichen Vergnügens werden mit den Bemerken höflichst dazu eingeladen, das Alles aufs angenehmste eingerichtet ist, und für gute Musik und Erfrischungen bestens gesorgt sein wird.
Stift Cappel, den 15. Mai 1840 Der Vorstand " |
"Bei der Feier des diesjährigen Schützenfestes, das am24. und 25. diesen Monats stattfinden wird, werde ich durch guten Wein und sonstige Erfrischungen für die Zufriedenheit der verehrten Gäste Sorge tragen, und mir die prompte und billige Bedienung angelegen sein lassen, es bitten daher um recht vielen geneigten Zuspruch. Stift Cappel, den 15. Mai 1840 A. Roolf"
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Das Schützenfest am 24. und 25. Mai 1840 muß sprichwörtlich ins "Wasser gefallen" sein; denn bereits eine Woche später, am 30. Mai erscheint in besagtem Wochenblatt eine erneute Anzeige des Schützenvorstandes (Seite 174):
"Da die Feier des Schützenfestes am 24. und 25. d.M. durch eingetretener Regenwetter gestört worden ist, so wird am Sonntag, den 31. d.M. nachmittags eine Nachfeier auf dem hiesigen Schützenplatze stattfinden, wozu Freunde des geselligen Vergnügens ergebenst einladet. Stift Cappel, den 29. Mai 1840 Der Vorstand" |
Im Wochenblatt für den Kreis Lippstadt vom 29. 8. 1846 (Nr. 35) ist die Einladung des Schützenvorstandes vom 29. 8. 1846 für den am 2. September 1846 stattfindenden Schützenball abgedruckt. Ähnliche Anzeigen finden sich in fast allen Jahrgängen des Wochenblattes für den Kreis Lippstadt und später auch in den Ausgaben der Tageszeitung
"Der Patriot".Diese Anzeigen tragen dazu bei, einige Lücken in der noch recht unvollständigen Geschichte der Schützengesellschaft des vergangenen Jahrhunderts zu schließen. In den Jahren 1870/71 fallen die Schützenfeste in Cappel vermutlich wegen des Deutsch Französischen Krieges aus. Diese Vermutung wird dadurch erhärtet, daß im "Patriot" in diesen Jahren keine Anzeigen des Vorstandes und des Festwirtes zu finden sind.
Der erste namentlich bekannte Schützenkönig von Cappel ist August Roolf. Er schießt 1878 den Vogel ab und erkürt sich Gertrud Schulze Böbbing zur Königin. Eine Auflistung aller namentlich bekannten Königspaare befindet sich an anderer Stelle dieser Festschrift. Wegen Streitigkeiten im Verein fällt das Schützenfest 1889 aus (Signatur: Staatsarchiv Detmold L 77,A Nr. 5146, s. auch Sonderbeilage "Schützenfest Cappel" zum "Patriot" 1978). Die letzten drei Schützenfeste des vergangenen Jahrhunderts (1897-1899) werden Zeitungsnotizen zufolge an jeweils zwei Tagen im Mai gefeiert. Die Wirtschaft wird den Wirten Wilhelm Trockel bzw. W Roolf übertragen. Als Schützenplatz dient im vergangenen Jahrhundert ein an der Detmolder Straße (heute Cappeler Stiftsallee) gelegener Kamp gegenüber dem Anwesen Loddenkemper. Im Jahre 1900 entwickelt sich aus der Schützengesellschaft Cappel der Cappeler Schützenverein. Bereits vor 150 Jahren gehörten der Schützen-Gesellschaft Cappel viele Angrenzer aus den ehemaligen Liesborner Bauerschaften Suderlage und Hentrup an. Dieses kommt bereits in alten Satzungen zum Ausdruck, in denen von derBildung einer Schützengesellschaft im Jahre 1837
"in Cappel und Umgegend"die Rede ist. Die enge Bindung der Bewohner aus diesen Bauerschaften (hierzu gehörte auch der sog. "Boom") zur Schützengesellschaft Cappel hat seine historische Ursache sicherlich in der Abhängigkeit vieler Bauern und Kötter dieser Region zum Stift Cappel, zu dem sie sich vielfach in einem Hörigkeits- bzw. Leibeigenschaftsverhältnis befanden und für das sie Hand- und Spanndienste zu leisten hatten, die 1852-56 in Geldrenten abgelöst wurden. So hatten die Eigenbehörigen aus dem Münsterlande und die Einwohner von Cappel unentgeltlich vor Pfingsten - wie bereits eingangs erwähnt - für die Reinigung der Fußwege auf dem Stiftsplatze sowie der Fußallee vor dem Stift zu sorgen. Als Anerkennung hierfür wurde alljährlich auf Kosten des Stiftes eine Festlichkeit mit der historischen Bezeichnung
"Pfingstbier"für die Einwohner von Cappel und die Angrenzer aus Liesborn veranstaltet. Dieses gemeinsame Feiern hat sich auf die Schützen-Gesellschaft übertragen und bis heute erhalten.
Die Gründung des Cappeler Schützenvereins im Jahre 1900
Um die Jahrhundertwende löst sich die Cappeler Schützen-Gesellschaft auf. Doch schon im Mai 1900 wird auf vielfachen Wunsch mehrerer Bewohner von Cappel und Umgegend die Gründung eines Schützenvereins beschlossen. Über den Ablauf der Gründungsversammlung geben uns die Protokolle aus dem Jahre 1900 Aufschluß.
"Heute, den 13. Mai 1900, nachmittags gegen 7. Uhr, fanden sich in der Trockel´schen Gastwirtschaft auf vielseitigen Wunsch mehrere Bewohner von Cappel und Umgegend ein, betreffs Bildung eines Schützenvereins. Es fanden sich dazu 33Personen ein, die einstimmig für Gründung eines Schützenvereins waren. Dieses sind folgenden: Franz Fenke, Fritz Ahlers, Heinr. Kampmeier, Heinr. Trockel I., Casp. Hennemeier, Joh. Berkenhaus, Franz Lohmeier, St. Dormeier, Heinr. Heilmann, Heinr. Loddenkemper, Bernh. Loddenkemper, Franz Gausemeier, Bernhard Lohmeier, Herm. Ahlers, Fritz Trötzer, Heinrich Trockel II., Wilhelm Trockel, Franz Berkenhaus, Wilhelm Linnemann, Bernhard Linnemann, Joh. Windhaus, Wilh. Loddenkemper, Casp. Helfmeier, Heinrich Koch, Heinr. Weitkemper, Anton Röwekamp, Carl Löppenberg, Joh. Lipsmeier, Casp. Niggehoff, Bernh. Gärtner, Aug. Kampmeier, Ant. Schäfer u. Casp. Linnhof. Es wurden davon zum Vorstande gewählt:
1) zum Oberst als Vorsitzender des Vereins Franz Fenke 2) zum Major Fritz Ahlers> 3) zum Rendanten Wilh. Heinrich Kampmeier 4) zum Schriftführer Heinr. Trockel
Es wurde dem Vorstande anheimgegeben, die Satzungen des Schützenvereins auszufertigen und dem Amte einzureichen. Ferner wurde der Vorstand beauftragt, mit der alten Schützengesellschaft, die das bisher stattgefundene Schützenfest leitete, zu unterhandeln, betreffs Abgabe des Schützen-Inventars. Vorstehendes Protokoll ist vorgelesen und genehmigt. Cappel, den 13. Mai 1900 Der Schriftführer H. Trockel" |
11 Tage nach dieser Gründungsversammlung treten die Mitglieder noch einmal zusammen, um den Oberst und Rendanten neu zu wählen. Diese hatten die Wahl nicht angenommen. Über den Verlauf dieser Versammlung berichtet das Protokoll vom 24. Mai 1900:
"Auf heute nachmittag, 7. Uhr war vom bisherigen Vorstand in der Trockel'schen Gastwirtschaft eine Versammlung einberaumt, zwecks Neuwählung eines Obersten und Rendanten, da die Herren Franz Fenke und H. Kampmeier die Wahl aus bestimmten Gründen nicht annehmen konnten. Es waren dazu 43 Personen erschienen, von denen noch folgende 10 dem Verein beitraten: Wilh. Roolf, Max Meier, Aug.Teigeler, Casp. Koch, Fritz Krämer, Wilh. Niggehoff, Josef Teigeler, Heinr. Windhaus, Franz Trockel II. und Fritz Flacke. Es wurde nun zur Neuwahl übergegangen und wurde einstimmig gewählt:
zum Obersten:Wilh. Trockel zum Rendanten: Wilh. Roolf zum Stellvertreter des Rendanten: Max Meier zum Stellvertreter des Schriftführers: Aug. Kampmeier
Danach besteht der Vorstand des Schützenvereins ausfolgenden 6 Mitgliedern:
1) der Oberst Wilh. Trockel 2) der Major Fritz Ahlers 3) der Rendant Wilh. Roolf 4) der Schriftführer Heinr. Trockel als Stellvertreter zu 3 und 4 Max Meier und August Kampmeier
Es wurde nun beschlossen, in diesem Jahre und zwar im Monat Juli ein Schützenfest zu feiern. Es wurde deshalb der Vorstand beauftragt, diesen Beschluß einmal in den Lippstädter Patriot eindrucken zu lassen. Ferner wurde beschlossen, die nächste Schützenversammlung soll am 2. Pfingstfeiertage des Nachmittags 7. Uhr in der Roolf´schen Wirtschaft stattfinden, betreffs nähere Besprechung des Schützenfestes. Vorgelesen und genehmigt. Der Schriftführer Heinr. Trockel" |
In einer am 3. Juni 1900 in der Roolfschen Gastwirtschaft abgehaltenen Mitgliederversammlung wird der Gutsbesitzer Hermann Schulze Nomke mit zum Vorstand gewählt und zum Ehrenoberst ernannt. Hermann Schulze Nomke stand auch der alten Cappeler Schützen-Gesellschaft vor. Am 8. Juni 1900 wählen die Mitglieder ihre Offiziere. Es sind zu dieser Mitgliederversammlung 36 Mitglieder erschienen. Es werden gewählt:
- zum Major Fritz Ahlers
- zum Oberleutnant Herm. Ahlers
- zum Zugführer Heinrich Trockel
- zum Fahnenoffizier Kasp. Niggehoff
- Fähnriche Karl Kolkmann, Franz Trockel, Heinrich Koch
- Adjudanten Casp. Glennemeier, Casp. Lakenburg
- Unteroffiziere Bemh. Lohmeier und Josef Teigeler
Am 13. Juni 1900 beantragt der Vorstand des neu gegründeten Cappeler Schützenvereins unter Beifügung der Satzung beim Fürstlichen Verwaltungsamt Stift Cappel gemäß § 55 Bürgerliches Gesetzbuch die Eintragung des Vereins. In der Vorstandssitzung vom 6. Juli 1900 wird der Beschluß gefaßt, das Schützenfest am 22. und 23. Juli 1900 in alt bekannter Weise zu feiern. Hierzu wird die Herausgabe von Tanzkarten zu 1.25 M. und von Platzkarten zu 25 Pf. beschlossen. Außerdem verständigt man sich darauf, 500 Schützenkuchen zu bestellen, ferner 1.000 Platzkarten und 900 Tanzkarten. Zimmermann B. Loddenkemper wird beauftragt, den Königsvogel zu liefern. Die Offiziersdegen und Schärpen sollen lt. Beschluß des Vorstandes beim Lipperoder Schützenverein ausgeliehen werden. Weiter heißt es in dem Protokoll über die Vorstandssitzung am 6. Juli 1900:
"Eine neue Königskette, bestehend aus silberner Kettenschnur und Medaillon und einen Orden für Herrn Sch. Nomke soll der Uhrmacher Wilkmann liefern. ... Das Böllerschießen wird dem Schmied Herm. Windhaus übertragen und hat derselbe die Böller und Pulver von H. Sch. Nomke zu empfangen. Am Vorabend des Schützenfestes findet der übliche Zapfenstreich statt und wird gleichzeitig der Vogel auf die Vogelstange gesetzt. ... Das Freibier ist von Ihrer Durchlaucht Prinzessin Pauline zur Lippe gestiftet". |
Das erste Königspaar des neu gegründeten Cappeler Schützenvereins ist W. Niggehoff und G. Lohmeyer. Das Schützenfest am 22. und 23. Juli 1900 bringt einen Überschuß, der bei der Sparkasse zu Lippstadt angelegt wird.
Der Cappeler Schützenverein e.V. und seine Geschichte seit der Neugründung im Jahre 1900
Um einen guten Überblick über die Geschichte des Cappeler Schützenvereins zu geben, wurde diese chronologisch nach Jahren niedergeschrieben. Sie wurde aus den ab 1900 fast vollständig erhaltenen Protokollen des Vereins zusammengestellt und an bestimmten Stellen ergänzt bzw. erläutert:
1901 Der Verein beschließt, die alte Fahne von der Soester Fahnenfabrik reparieren zu lassen. Ferner sollen 12 neue Schärpen angeschafft werden. Das Schützen-Bataillon wird aufgerufen, am Sonntag, dem 1. Juli 1901, zur Übung auf der Festwiese zu erscheinen.
1902 In der Mitgliederversammlung am 6. April wird der Termin für das Schützenfest auf den 1. und 2. Juni festgesetzt. Außerdem „soll das Schützenfest auf dem alten Schützenplatz (Lohmeierschen Kamp) für immer gefeiert werden". Schneidermeister Fenke wird aufgefordert, 3 sog. Schwalbennester (Teil der Uniform) für die Tambouren anzufertigen. Am 22. August beschließt die Mitgliederversammlung die Anschaffung einer Kopfbedeckung für die Schützen (Schützenhut). Hierzu das Protokoll:
| „Falls nicht ein jeder Schütze bereit ist, einen Hut selbst zu kaufen, sollen vom Verein einige derselben angeschafft und den Schützen für ein geringes Entgelt geliehen werden" |
1903 Heinrich Koch wird zum neuen Oberst gewählt. Er löst Wilhelm Trockel ab (Oberst von 1900-1903). In der Vorstandsversammlung am 5. April
1903 wird über eine Vereinbarung mit der alten Schützen-Gesellschaft über die Herausgabe der neuen Schützenfahne, der Kette und der übrigen Sachen beraten. Der frühere Oberst der Cappeler Schützen-Gesellschaft hatte sich unter folgender Bedingung zur Herausgabe bereiterklärt:
„Der Verein soll 150 Mark in bar für wohltätige Zwecke an der Sparkasse zu Lippstadt festlegen. Das Sparkassenbuch kann der Verein in Besitz nehmen, nach Wunsch des Vorstandes sollen die Herren Franz und Wilhelm Beckhoff als Ehrenmitglieder ernannt werden".Im April 1903 fällt auch die Entscheidung über die Anschaffung der Schützenhüte.
„Es wurde einstimmig der Hut zu 2.96 M gewählt, so auch Feder zu 50 Pfg. und sollen vorläufig 6 Dutzend Hüte und Federn gekauft werden".Außerdem wird die Anschaffung von sechs Portepees (Degenschmuck) und 6 Koppeln beschlossen. Für die beiden früheren Vorstandsmitglieder der Cappeler Schützen-Gesellschaft Franz und Wilhelm Beckhoff werden 2 Medaillen mit der Aufschrift „Ehrenmitglied" angefertigt. Diese sollen den Herren am Vorabend des Schützenfestes überreicht werden.
1904 Johannes Windhaus erhält für sein bisheriges Schellenbaum-Tragen einen feinen Orden mit dem Namenszug „Für treue Dienste".
1904-1907 Die Protokolle aus diesen Jahren sind verschollen.
1906 Am 24. August stirbt in Cappel Prinzessin Pauline zur Lippe. Sie war dem Cappeler Schützenverein eng verbunden und hat diesen auch stets unterstützt. Mit Schreiben des Stiftsamtmanns Petri vom 27. August 1906 wird der Schützenverein zur Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten eingeladen:
| „Der Schützenverein in Cappel wird behufs Teilnahme an der Beisetzungsfeierlichkeit Ihrer Durchlaucht Prinzess Pauline zur Lippe ersucht am 29. d.M. Mittags 12 Uhr 15 Minuten in Cappel an der ihm noch zu bezeichnenden Stelle zu stehen. Fahne mit Trauerflor. Gez. Petri".(siehe auch Beitrag Heimatblätter, Beilage zum „Patriot" 1974, Folge 6 des 54. Jahrganges). |
1908 Der Verein beschließt die Anschaffung von 70 hölzernen Gewehren, welche an die Mitglieder zu den ortsüblichen Preisen abgegeben und schon zum diesjährigen Schützenfest eingeführt werden sollen.
1909 In der Vorstandssitzung am 14. Juli wird beschlossen, die Kuchenbudden p.p. auf den Platz zu nehmen und dasselbe beim Verwaltungsamte zu beantragen. Die Buden sollen nicht mehr in der Allee aufgestellt werden. In einer außerordentlichen Schützenversammlung am 12. September wird u.a. einem Antrag des Cappeler RadfahrVereins Blitz (zu damaliger Zeit ein bedeutender Verein) auf Ausleihen von 3 Schärpen für das Stiftungsfest dieses Vereins entsprochen.
Bedingungen für den Musikverein Harmonie in Lippstadtfür das CappelerSchützenfest betr.
Cappel, den 18. Febr. 1908
Die Musik zum diesjährigen Schützenfeste am 24. und 25. Mai wird dem Musikverein Harmonie in Lippstadt unterfolgenden Bedingungen übertragen.
Der Kapellmeister Zuber hat 12 tüchtige Stimmen zu stellen und am Vorabend den 23. Mai (Zapfenstreich) auch mit 12 Mann um 7 1/2 Uhr auf dem Festplatz zu erscheinen, und am Sonntag den 24. Mai um 2 1/2 Uhr Nachmittags und am 25. Mai morgens um 8 Uhr und nachmittags um 2 1/2 Uhr anzutreten. Die Kapelle erhält dafür 265 Mark und am Sonntag und Montag 24. u. 25. Mai Abends ein gut belegtes Butterbrot und an jedem Tag 25 Lt. Freibier. Vorstehendes Bier soll zu je 12 1/2 Lt. angeliefert werden. Die Musik hat während des Festes vollständig zu spielen und mit schwarzem Anzug und Cylinder anzutreten. Am Zapfenstreich hat die Musik bis 11 UhrAbends und am 24. und 25. Mai bis Nachts 2 Uhr zu spielen. Die Musik hat nur nach der Tanzordnung bezw. nach Anordnung des Oberst Herr Koch zuspielen. Falls die Kapelle Harmonie diese Bedingungen nicht nachkommt, so ist der Vorstand berechtigt, dem Kapellmeister bezw. dessen Stellvertreter 50 Mark in Abzug zu bringen.
V. g. i.
gez. Ludwig Femmer
beglaubigt
gez. Alers, Koch
Ich verpflichte nach diesen Bedingungen am 25. und 26. Juli 1909 zu spielen.
im Auftrage
gez. L. Femmer
Bedingungen des Cappeler Schützenvereins für die Vergabe der Schützenwirtschaft am 25. und 26. Juli 1909
- Der übernehmende Wirt hat das Westernkötter Tanzzelt zu dem Preise von 200 Mark zu übernehmen und hat die dabei beschäftigten Arbeiter beim Aufstellen bzw. Abbrechen zu beköstigen bzw. wenn es erforderlich sein sollte, in Logie zu nehmen. Auch hat der Wirt ein geräumiges Schankzelt, wenn möglich Giebeler seines zu stellen. Afterverpachtungen der Wirtschaft darf nicht geschehen. Dem der Zuschlag erteilt wird, muß die Wirtschaft selbst ausüben. Auch hat der Wirt bei eintretender Dunkelheit für gute Beleuchtung Sorge zu tragen.
- Der Wirt hat gutes hiesiges Bier zu liefern und hat etwa 150 Liter Bier a. Liter zu 0,25 M. an den Verein abzugeben.
- Der Wirt hat am 25. und26. abends 12Musikern ein gut belegtes Butterbrotzu geben und an jedem Tage den Musikern 25 Lt. Bier zu geben, zusammen 50 Liter und mit Vereinbarung der Musiker zu verabreichen.
- Das Pachtgeld ist am 25. Juli nachts 12 Uhrzu 213 und am 26. Juli nachts 12 Uhrzu 113 an den Rendanten zu zahlen, auch behält der Vorstand sich vor, eine Kaution von 200 M. sicherlegen zu lassen.
- Der Wirt hat den Schützenplatz bis zum 31. Juli dJ wiederfrei zu stellen und von Glasscherben und sonstigen Abfällen zu räumen.
- Der Vorstand behält sich die Auswahl unter den Bietenden aus.
1910 Das Tanzzelt hat eine Grundfläche von 250 qm. Hinzu kommt noch das Schankzelt. Das Freibier kostet dem Verein vom Wirt 9 Pfg. Es wird die Anschaffung eines Schützenschrankes beschlossen. Außerdem sollen Lehrer Friedel und Heinrich Schulze Böbbing Ehrenabzeichen erhalten.
In der Generalversammlung am 11. September 1910 wird der Beschluß gefaßt, ein Winterfest zu feiern. Es soll Fastnachtssonntag stattfinden. Das Winterfest soll aus komischen Vorträgen, einem Konzert und einem Ball bestehen. Der Eintritt soll für Schützen 50 Pfg., für Fremde 75 Pfg. betragen. Herr Beuer übernimmt das Fest und gibt bei gutem Geschäft ein Faß Freibier für die Schützen. Es wird der Antrag gestellt, daß diejenigen Mitglieder, die ohne Schützenhut den Schützenplatz betreten, nicht zugelassen werden sollen. Anscheinend wurde 1910 der Vogel zweimal abgeschossen; denn lt. Protokoll wurde
„für das zweite Vogelschießen beantragt, 5 M. vom ersten Schützen zu zahlen". Die Ausgaben für das Schützenfest 1910 betragen 991,19 M., die Einnahmen 957,00 M.
1911Oberst Heinrich Koch gibt bekannt, daß sämtliche Schützen beim Ausmarschieren Schützenhüte tragen sollen.
1912 Es werden 800 Schützenkuchen bestellt zum Preis von 21 - 23 Pfg. das Stück. Der Beitrag wird von 2 auf 2,50 Mark erhöht.
1921 Der Beitrag wird auf 15 Mark festgesetzt. Es wird beschlossen, eine Strafe bis zu 20 Mark zu erheben, wenn ein Mitglied beim Ausmarsch ohne Grund fehlt. Hermann Roolf erhält für 1.000 Mark die Wirtschaft beim Schützenfest.
1922 Die Schützenzelte haben ein Ausmaß von 400 qm.
Cappel, den 5. August 1922 Vom Vorstande wurde eine neue Thronordnung verfaßt, welche heute abend den Schützen bekanntgegeben wurde:
Thronordnung
Der König gibt nachmittags Caffee für den gesamten Thron und für die Offiziere, außerdem später noch Getränke nur für die Throndamen. Die Offiziere haben jederzeit Zutritt zum Thron, müssen aber ihren Anteil an den Getränken selbst bezahlen. Jede Throndame hat das Recht, im Einvernehmen mit dem König, einen Herrn zum Thron einzuladen. Dem König dürfen aber hierdurch keine Ausgaben entstehen. Der König ist nicht verpflichtet, Speisen für den Thron zu besorgen, dies bleibt jedem selbst überlassen. Der Vorstand
Ludwig Stedtfeld Flüchter |
H. Loddenkemper H. Gausmann |
B. Lohmeier Alers |
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1923 Die Generalversammlung beschließt einstimmig, in Anbetracht der wirtschaftlichen Lage, hervorgerufen durch die Ruhrbesetzung und mit Rücksicht darauf, daß das Abhalten von Schützenfesten bis auf weiteres polizeilich verboten ist, das diesjährige Schützenfest ausfallen zu lassen.
1924 Der Beitrag wird auf 3 Mark festgesetzt. Beim Ausmarschieren werden den Mitgliedern sonntags und montags beim Oberst je 50 Pfg. zurückgezahlt.
1926 Oberst Stedtfeld bringt in Erinnerung, die Wirtschaft an die hiesigen Wirte in abwechselnder Reihenfolge gemäß alter Gepflogenheit zu vergeben. Den arbeitslosen Mitgliedern soll der Beitrag erlassen werden, jedoch mit Ausnahme von 1 RM, welche wie bei allen anderen Mitgliedern am Sonntag und Montag in 2 Raten nach dem Ausmarschieren zurückgezahlt wird.
Auszug aus einem Änderungsentwurf der Satzung aus dem Jahre 1921:
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I.
Der Schützenverein der Gemeinde Cappel und Umgegend mit dem Sitz in Cappel ist gegründet im Jahre 1837 und führt den Namen: „Cappeler Schützenverein".
II.
Zur Aufnahme können sich alle Bewohner der Gemeinde Cappel und Umgegend als Mitglieder aufnehmen lassen. Die Aufnahme findet bei jeder Versammlung statt und ist dem Vorstand anzumelden. Sollte ein Bewohner der Gemeinde Cappel unter 45 Jahren sich in diesen Verein nicht aufnehmen lassen, so kann er durch Beschluß des Vorstandes von allen Festlichkeiten ausgeschlossen werden; die Namen der Betreffenden sind am Festplatz durch deutliche Sichtbarkeit bekanntzugeben.
IV.
Die Mitglieder sind verpflichtet, bis zum zurückgelegten 50. Lebensjahre bei den öffentlichen Festlichkeiten zu erscheinen. Bei Nichtfolgeleisten ist der Vorstand davon in Kenntnis zu setzen und der Grund anzugeben. Der Vorstand hat das Recht, eine Strafe von 15 Mk bei Nichterscheinen auf öffentlichen Festlichkeiten für jedes Mitglied zu erheben.
VII.
Der Vorstand besteht aus 7 Mitgliedern, wie folgt:
- Der Oberst als Vorsitzender des Vereins,
- der Major,
- der Schriftführer,
- der Kassierer,
- ein Vertreter,
- zwei Beisitzende.
X.
Zum Offiziers-Corps gehören folgende Personen:
- Der Oberst als Chef des Vereins
- Der Major
- Zwei Zugführer
- Zwei Adjutanten
- Sechs Fahnenträger.
Alle Leute werden von der Mitgliederversammlung 3 Wochen vor dem Schützenfeste gewählt. Kein Schütze darf die auf ihn gefallene Wahl ohne triftige Gründe ablehnen. Die Wahl findet alljährlich statt.
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Am 28. Mai 1926 beschließt der Schützenverein eine neue Satzung. Nachstehend folgen einige Auszüge aus dieser Neufassung:
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§ 1.
Im Jahre 1837 bildete sich in Cappel und Umgegend eine Schützengesellschaft. Das Gründungsjahr ist durch mündliche Überlieferung festgestellt worden und findet seine Bestätigung außerdem durch die alte Fahne, in die das Jahr 1837 eingestickt ist. Die Schützengesellschaft wurde im Jahre 1900 zu einem eingetragenen Verein ausgebaut und heißt seitdem Cappeler Schützenverein. Sitz des Vereins ist Cappel. Als Gründungsjahr bleibt das Jahr 1837 bestehen.
§ 5.
Die Mitglieder sind verpflichtet, bis zum rückgelegten 60. Lebensjahre bei den öffentlichen Festlichkeiten und Übungen des Vereins rechtzeitig und vorschriftsmäßig zu erscheinen. Jedes Mitglied verpflichtet sich durch seinen Eintritt, das Wohl des Vereins zu wahren und nach besten Kräften zu fördern.
§ 6.
Jedes Mitglied zahlt für sich und seine Familie mit Ausnahme der 18jährigen und älteren Söhne einen Jahresbeitrag von M 3,-....
§ 8.
Die zeitweise oder dauernde Ausschließung kann durch den Vorstand ausgesprochen werden, wozu jedoch 5/7 des ganzen Vorstandes erforderlich sind. Eine Ausschließung rechtfertigen nachstehende Gründe:
1. Ein Anstand und Sitte verletzendes Betragen, 2. Makel an Ehre und gutem Ruf überhaupt, 3. Beleidigung, Streit und Zänkereien während des Festes 4. Widersetzlichkeit, 5. Vernachlässigung statutarischen Bestimmungen, 6. Unvorsichtigkeit beim Gebrauch des Gewehres.
§ 10.
In der Frühjahrsversammlung wird der Vorstand auf 3 Jahre gewählt. Er besteht aus 7 Mitgliedern, unter denen sich der Oberst, der Major, der Kassierer und der Schriftführer befinden sollen. Für den Obersten, den Kassierer und den Schriftführer sind Stellvertreter zu wählen. Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich und hat die Stellung eines gerichtlichen Vertreters. Oberst und Kassierer müssen ihren Wohnsitz in Cappel haben. |
1927 Der Cappeler Schützenverein gewährt bei Neuanschaffung von Schützenhüten einen Zuschuß von 25%. Das heutige Ehrenmitglied Josef Kuhlmeier schießt den Vogel ab. Zur Königin erkürt er sich Fräulein Getrud Lohmeier. In der Lippstädter Zeitung erscheint am 12.7.1927 ein Bericht über das Vogelschießen, der nachfolgend auszugsweise abgedruckt ist:
"... Das Wetter ließ sich gut an; aber ohne Regen ging es doch nicht ab. Frühmorgens 7.15 Uhr trat das Bataillon zur Frühmesse an. Und nachdem sie Gott, dem Herrn, die Ehre gegeben hatten, führte der Oberst das Korps zum Königsschießen. Es war eine schwere Arbeit, und der halbe Korpus war noch droben, als Joseph Kuhlmeier den Rest abschoß. Da aber die Krone noch oben blieb, holte sie Herr Werner Grothues herunter, sich damit die Würde als Kronprinz erringend. Das war gegen Mittag, und auf die Anstrengung eilte alles zum Mittagessen. Inzwischen hatteSeineMajestät die neueKönigin, Frl. Getrud Lohmeier, gewählt und so waren dieKöniglichen Majestäten wiederkomplett. Der neue Hofstaat besteht aus den Damen Frl. Maria Helfmeier, Anna Helfmeier, Elisabeth Meier, Elisabeth Kuhlmeier, Getrud Gausmann, Maria Kuhlmeier, Helene Schüler, Maria Becker und den Thronoffizieren. Die sehr hübsch ausgestattete Hoftafel vereinte die neuen Herrschaften auf dem Thron zu Jedermann Freude. Um 6 Uhrfand die offzielle Krönung statt. ... " 1928 Zur Neuanschaffung einer Glocke für die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt werden 200 RM aus der Vereinskasse gestiftet. In dem Protokollbuch findet sich 1928 erstmals ein Hinweis auf eine Kinderbelustigung.
1929 Wegen Streitigkeiten um die Vergabe der Wirtschaft tritt der gesamte Vorstand nach dem Fest zurück. Es wird ein provisorischer Vorstand gebildet, dem die Schützenbrüder Franz Berkenhaus, Gerhard Flüchter und Heinrich Steinhoff angehören.
1930 In der Schützenversammlung am 16. Februar 1930 wird der Vorstand neu gewählt. Zum Oberst wird Franz Flüchter gewählt.
1931 Oberst Franz Flüchter weist auf die schwere wirtschaftliche Notlage hin, in Anbetracht derer sich auch viele Nachbar- Vereine, insbesondere aus Lippstadt, veranlaßt sähen, in diesem Jahr kein Fest zu feiern. Anmerkung: 1931 und 1932 gibt es in Cappel und Lipperode über 74 Unterstützungsbedürftige und noch zusätzlich ca. 50 Bedürftige.
1932 Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage fällt - wie 1931 - das Schützenfest aus. Als Ersatz wird am 29. Juni in den Anlagen des amtierenden Königs H. Roolf ein gemütliches Beisammensein mit Freibier veranstaltet. Der Verein gewährt der politischen Gemeinde zum Schulneubau ein Darlehn in Höhe von 300 RM. Dieser Betrag wird später geschenkt. Der Kassenbestand beläuft sich zu dieser Zeit auf 472 RM.
1933 Auf Antrag von Pfarrer Heising spendet der Verein der katholischen Kirchengemeinde 100 RM zur Tilgung der Schuldenlast für das Kirchendach.
Schützenbund für das kurkölnische Sauerland. |
Grevenbrück, den 3. Mai 1934 Telefon 460 Grevenbrück. |
| Eilt! |
An alle Schützenvereine des kurkölnischen Sauerlandes. |
Unsere verschiedenen Rundschreiben, die Sie gefl. nochmals in die Hand nehmen wollen, sind von vielen Schützenvereinen nicht beantwortet bzw. nicht beachtet, obwohl sogar einem Rundschreiben eine vorgedruckte Postkarte für die Antwort beilag. Für die Fahnenwimpelsind seitens einer großen Anzahl von Schützenvereinen die Kostenbeiträge mit je 5 RM pro Fahne noch nicht eingesandt, was sofort zu geschehen hat (vergl. Rundschreiben vom 15./4. 1934). Im Interesse der Schützenvereine mache ich darauf aufmerksam, daß die Durchführung des Führerprinzips strengste Ordnung und Pünktlichkeitin der Bearbeitung aller Schützenangelegenheiten erfordert. Schrift- und Kassenwarte sind rücksichtslos von ihren Posten zu entfernen, wenn sie ihre Geschäfte nicht pünktlicherledigen. Die Führer der Schützenvereine können auf die Dauer nur auf ihren Posten verbleiben, wenn sie durch strenge Aufsicht Ordnung in der Geschäftsführung ihres Schützenvereins garantieren. Jedenfalls können die Führer der Schützenvereine nicht verlangen, daß wir durch nicht pünktliche Beantwortungunserer Anfragen in der Durchführung unserer Geschäfte, die ehrenamtlich erfolgen und heute einen Umfang angenommen haben, daß sie ohne einen besonderen Geschäftsführer fast nicht mehr bewältigt werden können, dauernd aufgehalten werden. Soweit Antworten noch ausstehen, erwarten wir unter Rückgabe der ausgefüllten Postkarte die sofortigeErledigung. Diejenigen Schützenvereine, welche den Kreisschützenbünden bzw. dem Schützenbund für das kurkölnische Sauerland nicht beitreten, haben die Verantwortung für die Folgen zu übernehmen, welche in unserem Rundschreiben vom 5. März 1934 eingehend dargelegt sind. Die betr. Vereine haben mit ihrer Auflösung zu rechnen.
Heil Hitler ! Der Bundesführer: Beule.
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Um der drohenden Vereinsauflösung zu begegnen, beschloß der Cappeler Schützenverein am 21. Mai 1934 einstimmig, dem Schützenbund für das kurkölnische Sauerland beizutreten. Am gleichen Tage beschloß die Mitgliederversammlung die Neufassung der Satzung. Die unter dem 24. Mai 1900 und unter dem 29. Mai 1926 erlassenen Satzungen wurden außer Kraft gesetzt.
Auszüge aus der Satzung des Cappeler Schützenvereins vom 21. Mai 1934
§ 2 Zweck des Vereins Der Verein hat sich die Erfüllung folgender Aufgaben zum Ziel gesetzt:
- Die Pflege der Eintracht und des Bürgersinns, sowie die Liebe zur Heimat,
- Den Schutz der Staatsautorität durch Verfassungstreue,
- Die Erziehung der Mitglieder zur Volksgemeinschaft und zur Wahrhaftigkeit auf der Grundlage nationalsozialistischer Volks- und Staatsauffassung,
- Die Pflege des Schützenbruderschaftsgedankens und der christlichen Nächstenliebe,
- Die Förderung der Bestrebungen zur Gesundung des öffentlichen und privaten Lebens im Geist christlicher deutscher Sitte und Kultur,
- Die Schulung der sportfähigen Mitglieder im Schießsport und in verwandten Sportarten,
- Die Veranstaltung von Schützenfesten und die Pflege alter Schützenbräuche.
§3 Mitgliedschaft Mitglieder des Vereins können nur Männer unbescholtenen Rufes und christlichen Glaubens werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. . . . Die Mitglieder sind verpflichtet, bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres zu den öffentlichen Aufzügen und Festlichkeiten des Vereins im vorgeschriebenen Anzug mit Abzeichen zu erscheinen. § 6 Schützenvereinsführer Der Schützenvereinsführer ist Vereinsvorstand im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches. Er wird vom Kreisschützenbundführer auf die Dauer von 3 Jahren ernannt. Der Schützenvereinsführer trifft selbständig alle Maßnahmen zur Durchführung der satzungsmäßigen Aufgaben des Vereins. § 10 Schützentracht Die Schützentracht bleibt bestehen. Es werden getragen: grüner Hut, dunkler Rock und weiße Hosen. § 12 Veranstaltungen Der Verein feiert in der Regel alljährlich ein 2-tägiges Schützenfest und zwar möglichst am 2. Sonntag im Juli und dem darauf folgendem Tage. § 14 Schiessport Zur Erfüllung der in § 2 Ziffer 6 dieser Satzung festgelegten Aufgaben, Schulung der sportfähigen Mitglieder im Schiessport und in verwandten Sportarten, erläßt der Schützenvereinsführer im Einverständnis mit dem Beirat die erforderlichen Anordnungen. Der Vereinsführer hat dafür zu sorgen, daß dieserAufgabe stets besonderes Interesse entgegengebracht wird und daß die Mitglieder zu tüchtigen Schützen und wehrhaften Volksgenossen herangebildet werden, damit die Schützenvereine wieder ihrer ursprünglichen Aufgabe bewußt werden, nämlich Schützer zu sein von Heimat, Volk und Vaterland. |
1935 In der Vorstandssitzung am 5. Februar wird der Beschluß gefaßt, das Schützenfest künftig auf dem Sportplatz zu feiern und auch hier einen Kleinkaliberstand zu errichten. Der Verein zählt mittlerweile 127 Mitglieder.
1936 Auf Anregung der Versammlung wird beschlossen, bei Beerdigungen von Vereinsmitglieder in Zukunft eine Fahnenabordnung abzustellen.
1937 In der Schützenversammlung am 23. Mai wird Alois Loddenkemper zum neuen Oberst und Vereinsführer gewählt. Er tritt die Nachfolge von Ludwig Stedtfeld an, der dieses Amt seit 1934 innehatte. Zu Beginn der Versammlung gibt Oberst und Vereinsführer Stedtfeld der Versammlung den Sinn und Zweck der Eingliederung in den deutschen Schützenbund bekannt. Er weist darauf hin, daß dem Verein die Auflösung drohe, falls der Eingliederung nicht zugestimmt werde. Unter diesem Druck erfolgt die Zustimmung zur Eingliederung in den deutschen Schützenbund.
Vom 10. - 12. Juli 1937 feiert der Cappeler Schützenverein sein 100jähriges Bestehen.
1938 Wegen der Maul- und Klauenseuche wird das Schützenfest auf den 31. Juli und 1. August 1938 verlegt.
1939 bis 1949 Das Schützenfest 1939 wird wie die vorhergegangenen in althergebrachter Weise gefeiert. König wird der Schütze Bernhard Böbbing. Zur Königin erwählt er sich Frau Maria Brand, die Gattin des Inhabers der Beuer'schen Wirtschaft. Am 1. September 1939 bricht der 2. Weltkrieg aus. Eine Reihe der Cappeler Schützen wird zur Wehrmacht einberufen. Der Oberst Aloys Loddenkemper stirbt am 14.10.1942 in Rußland den Heldentod. Am 8. Mai 1945 kapituliert die deutsche Wehrmacht. Der Krieg ist verloren. Die Schützenvereine werden von den Siegermächten als „halbmilitärische Vereine" angesehen und verboten. Im Jahre 1948 wird für die englische Zone dieses Verbot aufgehoben. Im Herbst 1949 findet die erste Versammlung des Cappeler Schützenvereines nach dem Kriege statt. Über den Verlauf dieser Versammlung gibt der nachstehende Auszug aus dem Protokoll über die Schützenversammlung am 18. September 1949 Aufschluß:
Schützenversammlung (Gasthaus Brand)
Am 18.9.1949 wurde nach zehnjähriger Unterbrechung vom stellvertr. Oberst Franz Teigeler und dem Schützenkönig Bernhard Böbbing eine Schützenversammlung einberufen. DieserAufforderung waren die alten Cappeler Schützenbrüder und der Umgegend in überaus großer Zahl gefolgt. Die alten Schützenbrüder waren angenehm überrascht, auch die Jugend in so großer Zahl beteiligt zu sehen, und es wurde jedem klar, daß der über 100 Jahre bestehende Cappeler Schützenverein seine alte Tradition nicht verloren hat. Um 21 Uhr wurde die Schützenversammlung durch den stellvertr. Oberst Teigeler durch eine markante Ansprache eröffnet. Ebenso fand er anerkennende Worte für den ehemaligen Oberst Aloys Loddenkemper, der leider sein Leben im letzten Kriege hingeben mußte. Ferner gedachte er all derer, denen das gleiche Los beschieden war, auch derer, die in den letzten zehn Jahren verstorben sind. Zum kurzen Gedenken erhoben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen. Um 21 Uhr wurde die Schützenversammlung durch den stellvertr. Oberst Teigeler durch eine markanteAnsprache eröffnet. Ebenso fand er anerkennende Worte für den ehemaligen Oberst Aloys Loddenkemper, der leider sein Leben im letzten Kriege hingeben mußte. Ferner gedachte er all derer, denen das gleiche Los beschieden war, auch derer, die in den letzten zehn Jahren verstorben sind. Zum kurzen Gedenken erhoben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen. Es wurde einstimmig beschlossen, den alten Cappeler Schützenverein in alter Tradition wieder neu erstehen zu lassen. Sämtliche Anwesenden erklärten schriftlich ihren Beitritt (61 an der Zahl). Anschließend wurde zur Wahl eines neues Obersten geschritten:
- Einstimmig gewählt wurde Herr Gerhard Zubrüggen als Oberst
- Einstimmig gewählt wurde Herr Franz Teigeler als stellvertr. Oberst.
Herr Gerhard Zubrüggen nahm seine Wahl an und übernahm als neuer Vereinsführer den weiteren Vorsitz stürmisch begrüßt von allen Erschienenen. Nach einer kurzen Ansprache wurde zur Wahl eines neuen Vorstandes geschritten:
Einstimmig gewählt wurden:
- August Koch als Major.
- Fritz Alers als Schriftführer.
- Anton Röwekamp als stellvertr. Schriftführer.
- Josef Hollenhorst als Kassierer.
- Karl Krähling als stellvertr. Kassierer.
Als Beigeordnete zum Vorstand wurden einstimmig gewählt:
- Franz Flüchter
- Wilhelm Gausemeier
- Hermann Roolf sen.
- Josef Kuhlmeier
- Hermann Loddenkemper
Nachdem somit der Cappeler Schützenverein neu entstanden ist, wurde einstimmig festgelegt, das erste Schützenfest nach zehnjähriger Unterbrechung am 18. Juni 1950 in althergebrachter Weise als Volksfest zu feiern. Ferner wurde in Vorschlag gebracht, den Jahresbeitrag auf fünf DM per Mitglied festzulegen und zwar: Aufnahmegebühr zwei DM, Jahresbeitrag drei DM. Für Mitglieder, die sich nach dem 1. April1950 aufnehmen lassen, beträgt dieAufnahmegebühr drei DM. Gegen 23 Uhr wurde die Versammlung als beendet erklärt. Anschließend blieben die meisten Erschienenen noch Stunden in gemütlicher und kameradschaftlicher Stimmung beisammen, was allgemein alls gutes Omen für das nächstjährige Schützenfest gebucht wurde. Somit ist der Cappeler Schützenverein am 18. September 1949 neu erstanden und es ist sehr zu begrüßen, daß alte überlieferte Tradition in Cappel und Umgegend nach langer Unterbrechung nicht erloschen ist. Der Schriftführer: Der Vereinsführer: Alers Gerhard Zubrüggen |
1949 Am 27. November findet im Gasthaus Roolf eine Mitgliederversammlung statt. Seit dem 18. September haben sich folgende Personen als Mitglieder des Cappeler Schützenvereins eintragen lassen:
Bernhard Böbbing, Franz Teigeler, Franz Beckhoff, Franz Flüchter, Heinrich Gaus-mann, Wilhelm Trockel, Clemens Meis, Franz Helfmeier, Hermann Gausmann, Josef Trockel, Anton Helfmeier, Hans Stade, Martin Franke, Gerhard Helfineier, Josef Windhaus, Heinrich Böhmer, Carl Brand, Karl Krähling, Anton Röwekamp, Heinrich Liedmeier, Stefan Blomberg, Fritz Jacobeit, Karl Mehl, Paul Brockschnieder, Heinrich Wedemann, Peter Höhr, Georg Wittling, Josef Meschede, Josef Berlinghoff, Werner Meschede, Paul Heitmeier, Wilhelm Niggehoff, Paul Linhoff, Hermann Linhoff, Helmut Günther, Heinz Mehling, Josef Willbrand, Karl Romeike, Franz Röwekamp, Heinrich Mehling, Josef Kuhlmeier, Franz Kuhlmeier, Hubert Weitkemper, Karl Wulff, Werner Krähling, Hubert Willbrand, Fritz Alers, August Hauß, Georg Tscharke, Heinrich Löppenberg, Hermann Loddenkemper, Fritz Steffenroeren, Wilhelm Gausemeier, Gerhard Zubrüggen, Helmut Lemke, August Koch, Wilhelm Müller, Hermann Roolf, Hermann Roolf jun., Gerhard Borgmeier, Wilhelm Linhoff, Ferdinand Eberhard, Helmut Müller, Franz Böhmer, Theodor Haasmann, Fritz Krähling, Josef Willbrand, Hubert Willbrand, Wilhelm Meier, Franz Lohmeier, Joh. Loddenkemper, Bernhard Willbrand, Eberhard Pieper, Karl Ruländer, Franz Helfineier, Walter Neumann, Ernst Schriewer, Franz Thöne, Anton Müller, Karl Trockel, Franz Meschede, Willy Helfineier, Günter Engelke, Robert Lappe, Bernhard Schlotmann.
1950 Gemäß Beschluß des Vorstandes wird die Eintragung des Cappeler Schützenvereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Lippstadt beantragt. Folgende Schützen haben sich neu in den Schützenverein aufnehmen lassen: Paul Wagener, Dr. Schullex, Wilhelm Lemke, Heinrich Steinhoff, Bernhard Borgmeier, Fritz Krawinkel, Emil Jokow, Wilhelm Lohmeier, Bernhard Heinrichsmeier, Hermann Rennkamp, Josef Volkmer, Hubert Schulte, Josef Meschede, Hubert Beckhoff, Clemens Krane, Wilhelm Berkenhaus, Caspar Brockschnieder, Josef Liedmeier, Herbert Ense, Heinrich Thröner, Richard Stuckenschnieder, Gerhard Pohle, Helmut Rückwarth. In der Vorstandssitzung am 29. 6. 1950 wird beschlossen, für das bevorstehende Schützenfest (22. - 24.7.1950) leihweise 8 Degen zu beschaffen, ferner der Kauf einer neuen Kronprinzenkette. Der König erhält - wie bisher - eine Beihilfe von 50,00 DM auf der Vereinskasse. Für die Zeltanfuhr werden die Treckerbesitzer Herbert Ense, Alfons Deter und Josef Beermann vorgeschlagen.
Über das erste Schützenfest nach dem Kriege berichtet die Chronik (Auszug):
| "Nach elfjähriger Unterbrechung feierte der Cappeler Schützenverein e. V. sein diesjähriges Schützenfest vom 22.- 24. 7.1950. Am Sonnabend, den 22. Juli 1950, begann der Auftakt mit dem Zapfenstreich, der eigentliche Beginn des Festes. Häuser und Straßen der Gemeinde waren geschmückt und beflaggt und eine zahlreiche Schützenschar beteiligte sich am Aufmarsch. Vom Festplatz ging es mit alten deutschen Märschen, gespielt von der Harmonie-Kapelle Lippstadt und Flöten- und Trommelklang unter der Regie von Tambour Kanne zum Abholen des Vereinsführers und Oberst Zurbrüggen. Dieser zeigte sich seinen Schützen zum Abschreiten der Front etwas nervös und blaß, was allseits mit großem Schmunzeln aufgenommen wurde. Aber alles war schnell vergessen, als nette liebe und lachende Mädchen mit Flaschen echter Cappeler Kornperle den durstigen Schützenkehlen den ersten Tropfen reichten. Nach kurzer Pause setzte sich die Schützenschar unter Führung von Oberst Zurbrüggen wieder in Marsch. Dem Bürgermeister Willi Helfmeier wurde das nächste Ständchen gebracht, auch hier gab es schon wieder einen edlen Tropfen und man merkte schon hier, daß das Stimmungsbarometer im Steigen begriffen war. Der Bürgermeister gedachte in kurzen und markanten Worten der alten Tradition des Vereins und wünschte dem Cappeler Schützenverein, daß auch das diesjährige Fest ein wahres Volksfest werden möge. In fröhlicher Stimmung ging nun der Ausmarsch weiter, den König Bernhard zu ehren und abzuholen. Vorerst ging es aber erst bis zum Rüsing und dann zurück zum Böbbinghof. Welcher Beliebtheit sich der elfjährige König erfreut, konnte man ersehen an den vielen Girlanden und Ausschmückung der Häuser auf der alten Böbbinger Heide. Trommlerund Musikchor waren unermüdlich tätig und im gleichen Schritt und Tritt war das Endziel schnell erreicht. Auch König Bernhard hatte einen kühlen und edlen Tropfen für seine Getreuen eingelagert und nach dauerndem Probieren war die Stimmung trotz leichtem Regen nicht mehr zu brechen und so zog eine fröhliche Schützenschar mit Gesang und Klang unter Führung seiner Majestät zurück. . . . " |
1951 Das Schützenfrühstück wird in Zukunft geschlossen unter dem Zelt eingenommen. Nach längerer Debatte wird ferner beschlossen, Hofherren einzuführen, "soweit genügend Schützen besorgt werden können".
1952 Der Beschluß des Vorstandes, an der Vogelstange eine Winde anzubringen, wird in der Generalversammlung am 21. Juni abgelehnt.
1953 In der Mitgliederversammlung am 22. März wird der Vorschlag angenommen, die Damen des Hofstaates in Zukunft keine Schärpen mehr tragen zu lassen. Der Cappeler Schützenverein tritt dem Kreisschützenbund bei. Die Schützenbrüder Franz Flüchter, Kaspar Lohmeier, Lorenz Höherund Wilhelm Müller erringen beim Preisschießen des Lippstädter Schützenvereins von ca. 25 angetretenen Vereinen als Sieger einen großartigen Pokal.
1955 Der Verein, bzw. der Kreisschützenbund, schließt sich dem Kurkölnischen Schützenbund an.
1956 Nach 40jähriger Tätigkeit als Offizier wird der Schützenbruder August Koch zum Ehren-Major des Cappeler Schützenvereins ernannt. Der Oberst bittet darum, die Offziere in Zukunft aus den jeweiligen Kompanien zu wählen. Der Verein zählt 255 Mitglieder.
1958 Der Jahresbeitrag wird auf 6 DM festgesetzt. Um die magere Kasse des Vereins wieder ein wenig aufzufrischen, wird in der Versammlung am 11.5. eine Hutsammlung durchgeführt. Sie erbringt die erfreuliche Summe von 47,85 DM
1959 Durch Beschlußfassung der Mitgliederversammlung vom 1. März 1959 tritt die heute noch gültige Satzung des Vereins in Kraft.
1960 Nach lebhafter Diskussion wird die Anschaffung eines Kugelfanges beschlossen. Hierfür soll von der VEW ein Eisenmasten gekauft werden. Die Vogelstange muß wegen des erforderlichen freien Schußfeldes versetzt werden. Ernst Stedtfeld führt in der Generalversammlung am 9. Oktober einen von ihm selbst gedrehten Schützenfestfilm vor.
1961 Franz Flüchter wird Kreisschützenkönig. Er ist auch König des Cappeler Schützenvereins 1961/62. Franz Teigeler wird neuer Oberst und Vereinsführer. Er tritt die Nachfolge von Gerhard Zubrüggen an, der dem Verein seit 1949 vorstand.
1962 In der Vorstandssitzung am 24. Januar wird erstmals darüber diskutiert, ob sich Vorstand und Offiziere einen grünen Schützenrock anschaffen sollen. Des weiteren wird die Frage nach einer dritten Fahne gestellt. Eine Entscheidung hierüber fällt noch nicht. Vom 11. - 13. August feiert der Verein sein 125 jähriges Bestehen. Die Zelte haben ein Ausmaß von 1600 qm. 13 Gastvereine nehmen mit 25 Fahnenabordnungen 85 Offizieren und ca. 300 Schützen sowie 2 Musikkapellen und 2 Tambourkorps an der Jubelfeier teil. Der König Franz Flüchter erhält als Auszeichnung für die Würde als Kreisschützenkönig eine goldene Schießschnur. Von den Gastvereinen werden 6 Fahnennägel gestiftet.
125 jähriges Jubelfest im Jahre 1962
Bericht in der Tageszeitung"Der Patriot" am Montag, 13. August 1962
Tradition lebendig erhalten Ganz Cappel feierte mit - Glanzvoller Festzug mit vielen Gastvereinen - Frohes Volksfest Cappel. Sind Schützenfeste in der heutigen Zeit noch berechtigt? Diese Frage stellte Landrat Schröder, der die Grüße des Kreises zum Jubelfest der SchützeninCappelbei der großen Festveranstaltung auf der Festwiese überbrachte. Der Landrat bejahte diese Frage nachdrücklich. Gerade in der heutigen Zeit der Technisierung und des Materialismus sei es zu begrüßen, wenn in den Reihen der Schützen noch Idealbestände und bis in das kleinste Dorf hinein sich die Menschen zu einer Gemeinschaft zusammenfänden, in der Heimatliebe und altes Brauchtum eine lebendige Pflegestätte hätten. In diesem Zeichen stand auch das Jubelfest in Cappel, das bei strahlendem Sonnenschein eine ungewöhnliche Beteiligung nicht nur aus den Reihen der Schützen, sondern auch eine lebhafte Anteilnahme der Bevölkerung fand. Nachdem bereits zum Auftakt am Samstag die üblichen Ständchen bei Oberst, König und Königin gebracht worden waren und sich am Abend eine frohe Festgemeinde in den Zelten vereint hatte, fand das Jubelfest einen glanzvollen Höhepunkt am Sonntag mit dem Festzug und der Parade auf dem Festplatz. Auf den festlich geschmückten Straßen herrschte ein ungewöhnlich lebhafter Betrieb, Parkplätze waren kaum noch aufzutreiben, als gegen 14 Uhr der Jubelverein aufdem Festplatz antrat. Von allen Seiten zogen dann mit klingendem Spiel die Gastvereine herbei. Abordnungen aller Lippstädter Vereine und aus der näheren Umgebung, mit ihren Fahnen, den Königen im Schmuck der Königsketten und dem Offizierscorps. Es war ein prächtiges Bild, als sich der lange Festzug formierte, in den sich das Königspaar, Kreisschützenkönig Franz Flüchter und Frau Ursula Meyer mit dem stattlichen Hofstaat einreihte. Auch das goldende Jubelpaar, Heinrich Niehüser, Lippstadt, und Frau Koch, geh. Fenke, sowie das silberne Jubelpaar, Karl Ruländer und Frau Zacharias, geh. Dickhans, marschierten mit, als der Zug den Festplatz wieder erreichte. In mehreren Gliedern nahmen hier die Schützen vor den Königspaaren, den Königen und Obersten der Gastvereine Aufstellung. Oberst Franz Teigeler gab seiner herzlichen Freude Ausdruck über die große Anteilnahme der Schützen aus der nahen und weiteren Umgebung am Jubelfest der Cappeler Schützen und begrüßte neben den einzelnen Schützenvereinen vor allem Landrat Schröder als Vertreter des Kreises, den stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisschützenbundes, Fritz Sitzer, und den Bürgermeister der Gemeinde Cappel. Er dankte allen, die mitgeholfen haben, das Jubelfest so gut vorzubereiten, vor allem aber auch den Schützen und der Bevölkerung, die gekommen seien, das Fest mitzufeiern. Landrat Schröder sprach dann von den Aufgaben der Schützenvereine in der heutigen Zeit und flocht in launigem Plattdeutsch einige gute Wünsche an die Schützen ein, die mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Stellvertretender Kreisschützenbund-Vorsitzender Sitzer verband mit seinen Grüßen des Kreisschützenbundes an den Jubelverein einenkurzen Rückblickauf die Vereinsgeschichte und forderte auf, der reichen Vergangenheit stets eingedenk zu sein und die Tradition allzeit lebendig zu erhalten. Nach einer besonderen Ehrung der Jubelpaare zogen die Schützen in schneidiger Parade zu den Klängen der Kapellen an den Ehrengästen, den Königspaaren und dem Offizierscorps vorbei, unter strahlend blauem Himmel und bei lachender Sonne ein immerwieder schneidiges Bild, zu dem eine dichtgedrängte Zuschauerkulisse den Rahmen bildete. Glänzend organisiert, wurde dieser Festtag für den Jubelverein zu einem vollen Erfolg und zu einem lebendigen Beweis dafür, daß in Cappel rechter Schützengeist lebendig ist. Auf dem Festplatz entwickelte sich dann ein wahres Volksfest, denn nicht nurganz Cappel nahm an dem Fest seiner Schützen teil, auch aus der Umgebung, vor allem auch aus Lippstadt, waren viele Gäste herbeigeströmt, um an diesem herrlichen Sommersonntag ein paar frohe und unbeschwerte Stunden mit den Schützen zu verbringen. Bis weit in die Nacht hinein dehnte sich das frohe und ungezwungene Treiben eines Festes, auf dessen Verlauf die Cappeler Schützen mit Recht stolz sein können. |
1963 Der Verein zählt 277 Mitglieder. In der Sitzung am 1. September kommt der Oberst auf die Entwendung des Vogels zu sprechen. Durch glückliche Umstände sei es gelungen, einen Ersatzvogel vom Waldliesborner Schützenverein zu bekommen.
1964 Wegen der Bebauung des Böbbing kann das Vogelschießen nicht mehr am Schützenplatz stattfinden. Es wird beschlossen, den Kronprinzen von der Pflicht in den Hofstaat einzutreten, zu entbinden, und es bei einer Ehrung und Auszeichnung für diesen zu belassen. Demjeweiligen König wird esjedoch freigestellt, den Kronprinzen als Hofherrn in den Hofstaat aufzunehmen. Ein von den Schützenbrüdern Wilhelm Müller und Karl Ruländer durchgeführtes Übungsschießen erbringt einen Überschuß von 600,00 DM. Der langjährige Major Wilhelm Müller und das Vorstandsmitglied Hermann Loddenkemper sen. erhalten für ihre Verdienste den vom Sauerländer Schützenbund gestifteten Orden für Verdienste um das Schützenwesen. Außerdem werden Wilhelm Müller zum Ehrenmajor und Hermann Loddenkemper sen. sowie Gerhard Zubrüggen sen. zu Ehrenmitgliedern ernannt. An der Schützenkette befinden sich jetzt 110 Königsorden mit Namen. Die Vogelstange wird an der Feldscheune von Ense auf Liesbomer Gebiet aufgestellt. Hier ist ein Vogelschießen ohne Kugelfang noch möglich. Der Vorstand beschließt die Anschaffung einer neuen Fahne, welche auf der einen Seite das Stift Cappel und auf der anderen das westfälische Schützenwappen tragen soll.
1965 Die neue Fahne wird vom Kreisschützenoberst Schlüter-Craes übergeben. Der Verein zählt 303 Mitglieder.
1966 Auf dem Lichtenplatz wird ein Kugelfang errichtet. Es wird eine Ehrenkompanie gebildet, bestehend aus dem erweiterten Vorstand, den Mitgliedern, die über 40 Jahre dem Verein angehören und den alten Königen. Der Verein schafft eine zweite neue Fahne an. Während des Schützenfestes wird der neue Kugelfang erstmals benutzt.
1967 Es wird die Verleihung einer Schießschnur für den jeweiligen Vereinsmeister im Kleinkaliberschießen beschlossen. Der langjährige Oberst und Vereinsführer Gerhard Zubrüggen wird anläßlich seines 65. Geburtstages zum Ehrenoberst ernannt.
1968 Die Kompanien treten in Zukunft bei ihren Kompanie-Lokalen an. Ab jetzt finden auch die Kompanie- versammlungen statt, aus der auch die Hauptleute vorgeschlagen werden.
1970 Es fällt nach langer Diskussion die Entscheidung über die Anschaffung von grünen Schützenröcken für die Offiziere. Sie lösen den schwarzen Rock und die gelb-roten Schärpen ab. Bernhard Hollenhorst-Böbbing (König 1970/71) wird als bester Schütze Vereinsmeister und erhält hierfür den Wanderpokal des Vereins, welcher 1933 gestiftet und seit dem nur zweimal ausgeschossen wurde (von den Schützenbrüdern Franz Flüchter und Willi Höher).
1971 Es entsteht Aufregung im Verein wegen der Absicht der Gemeinde, auf dem Sportplatz, welcher auch als Schützenplatz benutzt wird, eine Turnhalle zu errichten. Zur Erleichterung des Schützenvereins findet sich schließlich für den Bau der Turnhalle ein anderes Grundstück. Franz Flüchter wird neuer Oberst und Vereinsführer des Cappeler Schützenvereins. Er tritt die Nachfolge von Franz Teigeler an, welcher dem Verein seit 1961 vorstand. Franz Teigeler war von 1937 bis 1961 auch stellvertretender Oberst. Von der Versammlung wird er einstimmig zum Ehrenoberst ernannt.
1972 In Zukunft soll im Wechsel mit dem bisherigen Schützenhochamt am Montag morgen ein ökumenischer Gottesdienst für die Gefallenen und Verstorbenen des Vereins gefeiert werden. Für seinejahrelangen Verdienste als Schießwart des Cappeler Schützenvereins erhält Kurl Ruländer als Dank aus der Hand der Königin die goldene Schießschnur. Der Verein zählt jetzt 359 Mitglieder. Erstmals werden während des Schützenfest über 100 Hl. Bier verzapft. Nach dem Beschluß, alle Schützenbrüder mit grünen Röcken auszustatten, bestellen 114 Schützen spontan einen Rock. Die bisherige Ehrenkompanie wird aufgelöst und eine dritte Kompanie gegründet. Die Gebietsgrenzen der einzelnen Kompanien werden neu festgesetzt.
1973 Während des Schützenfestes 1973 tritt erstmalig das gesamte Bataillon in Uniform (grüner Schützenrock) an. Der Verein spendet für die Ausstattung des neuen Kindergartens für einen Musikinstrumentenschrank 1.400 DM.
1974 Letzmalig vor der kommunalen Neugliederung wird dem Bürgermeister Franz Beckhoff am Schützenfest- Samstag ein Ständchen gebracht. Nachdem Schützenbruder Theo Pickert in drei aufeinanderfolgenden Jahren den Vereinspokal gewonnen hat, geht dieser in seinen Besitz über.
1975 Während des Schützenfestes wird dem EhrenoberstFranz Teigeler eine besondere Ehrung zuteil. Aus der Hand des Kreisschützenoberst Konrad Thiemeier erhält er den Orden des Sauerländer Schützenbundes für hervorragende Verdienste um das Schützenwesen. Dieser Orden wurde bisher erst viermal verliehen unter 12.000 Schützen. Franz Teigeler war lange Jahre auch Vorstandsmitglied des Kreisschützenbundes des Altkreises Lippstadt und einer der Hauptinitiatoren bei der Neuformierung des Cappeler Schützenvereins nach dem II. Weltkrieg.
1976 In Lippstadt findet die Gründungsversammlung des Schützenringes Lippstadt statt. Dieser lose Zusammen- schluss von 18 in der neuen Stadt Lippstadt vorhandenen Schützenvereine mit 8328 Mitgliedern soll nicht als neuer Verein angesehen werden, sondern als ein Zusammenschluß aller Vereine zum Nutzen des Schützenwesens. Seit dem Jubelfest 1962 konnte der Schützenverein keine so große Besucherzahl verzeichnen, wie in diesem Jahr.
1977 Der Höhepunkt des Schützenfestes ist die Übergabe der neuen Schützenfahne an die Offiziere der 1. Kompanie. Nachdem Königin Magdalene Beckhoff die Fahne enthüllt hat, übergibt Oberst und Vereinsführer Franz Flüchter diese Fahne den Schützen. Dem zweiten stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Lippstadt, Klaus Helfmeier, gelingt es, den Vogel von der Stange zu holen. Oberstleutnant Karl Ruländer zieht sich aus Altersgründen vom aktiven Dienst zurück, nachdem er 13 Jahre das Bataillon geführt hatte. Als Anerkennung für seinen Einsatz wird er zum Ehrenoberstleutnant ernannt.
1978 Die Cappeler Stiftsallee wird neu gestaltet. Die Schützen beteiligen sich an der vom Sauerländer Schützenbund durchgeführten Sammelaktion"Kinder in Not" mit 1.060,00 DM. Auf Beschluß des erweiterten Vorstandes wird der Schießriege ein Betrag von 4.500,- bis 5.000,- DM zur Verfügung gestellt. Davon sollen 10 automatische Luftgewehr- schießanlagen gekauft und der Rest für die Ausstattung der Räumlichkeiten im katholischen Pfarrzentrum, die der Schießriege zur Verfügung gestellt wurden, ausgegeben werden. Der Beitrag wird auf 12,- DM erhöht. Der König erhält künftig in jedem Jahr 700,DM, insgesamt also 1.400,- DM. Ferner wird festgesetzt, daß der Kronprinz erst nach zehn Jahren wieder auf die Krone schießen darf. Als Beitrag zu den Kosten der Renovierung der Stiftskirche werden der Evang. Kirchengemeinde 1.000,- DM gespendet.
1979 Bernhard Hollenhorst-Böbbing wird zum neuen Oberst und Vereinsführer gewählt. Er löst Franz Flüchter ab, der den Verein seit 1971 geführt hat. Franz Flüchter, der sich aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Wiederwahl stellt, wird von der Versammlung zum Ehrenoberst ernannt.
1980 Anton Röwekamp wird von der Generalversammlung zum Ehrenmajor ernannt.
1981 Der Cappeler Schützenverein richtet im Juni einen Schnadgang aus. Es werden die Richtlinien des Vereins im Falle des Todes eines Mitgliedes bekanntgegeben. Zum ersten Mal findet die Totenehrung am neu gestalteten Ehrenmal statt. Das Ehrenmal wurde unter Mitarbeit des Schützenvereins von der Stadt Lippstadt neu gestaltet. Die am Schützenfestmontag durchgeführte Spendenaktion für „Mutter Teresa" erbringt den Betrag von 1.315,- DM. Außerdem konnten noch 450,- DM, die durch den Verkauf der Cappeler Rose durch Schützenbruder Paul Eickhoff erzielt wurden, gespendet werden.
Der Bataillonskommandeur Major Heinrich Liedmeier tritt nach über 45jähriger Tätigkeit als Offizier zurück und wird einstimmig zum Ehrenmajor ernannt. Das Gemeindefest - unterstützt vom Schützenverein - erbringt einen Erlös von 17.000,-DM, welcher für die Renovierung der Stiftskirche bestimmt ist.
1982 Auf den Vogel darf nur noch der Schützenbruder schießen, der 21 Jahre alt und mindestens 3 Jahre Mitglied des Cappeler Schützenvereins ist. Hiervon ausgenommen sind Apfel, Zepter und Krone. Der Verkauf der Cappeler Rose zu Gunsten der Polenhilfe erbringt einen Betrag von 591,- DM. Der König des Schützenvereins, Franz-Josef Beckhoff, verunglückt am 16. November 1982 tödlich. Aus diesem Grunde fällt das Winterfest aus. Der gesamte Hofstaat tritt zurück.
1983 Aufgrund des tragischen Todes des Schützenkönigs Franz-Josef Beckhoff beschließt der erweiterte Vorstand, am Sonntag, dem 5. Juni 1983, ein Vogelschießen zu veranstalten. Dieses Schießen entscheidet der Schützenbruder Heiner Claes für sich. Zur Königin erkürt er sich seine Ehefrau. Für die Königin, die sich während des Schützenfestes im Krankenhaus befindet, springt deren Mutter, Frau Christel Müller, ein. Pfarrer Köllerwirth von der Evang. Kirchengemeinde schießt die Krone ab.
1984 Der Cappeler Schützenverein übernimmt die Pflege der Grünanlagen vom Ehrenmal bis zur Einfahrt zum Schützenplatz. Diese Pflege wird im Wechsel von den einzelnen Kompanien übernommen. Nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Stiftskirche am Schützenfest-Montag marschiert das gesamte Bataillon zur Martinschule, um das Lehrerkollegium - angeführt von Schulleiter Albert Schroer - und die Schulkinder abzuholen, um auch ihnen die Teilnahme am Schützenfest zu ermöglichen. Am diesjährigen Schützenfest nimmt als Ehrengast auch das Regentenpaar der „Freischützen" von WanneEikel teil.
1985 Mit der Stadt Lippstadt wird ein Pachtvertrag über die Nutzung des jetzigen Schützenplatzes mit einer Laufdauer von 20 Jahren abgeschlossen. Ebenfalls wird mit der Kath. Kirchengemeinde „Mariä Himmelfahrt" über das am Martinswinkel liegende Grundstück ein Pachtvertrag geschlossen. Zur Teilnahme am Europa-Schützenfest am Sonntag, 29. 9. 1985, in Eupen (Belgien) werden 18 Offiziere gemeldet. Der Beitrag wird auf 15,- DM festgesetzt. Das Königsgeld wird von 700,- auf 1.000,-DM pro Jahr aufgestockt. Während des Schützenfrühstücks kann Oberst Bernhard Hollenhorst-Böbbing auch Herrn Bürgermeister Klocke sowie einige Ratsmitglieder begrüßen. An der Herbstversammlung nehmen 161 Schützen teil. Der Verein hat zur Zeit 521 Mitglieder.
1986 Am Schützenfest-Samstag treten erstmals in der Vereinsgeschichte über 200 Schützen und das Offiziers-Corps an. Begleitet wird der Schützenzug von dem Tambour-Corps des Lippstädter Schützenvereins und der Musikkapelle Upsprunge und dem Spielmannszug des Lipperoder Schützenvereins. Zu Ehren des Königs Joachim Müller tritt am Sonntag auch eine Abordnung des 2. Flugabwehrraketen-Bataillons 21 unter Hauptfeldwebel Klein mit an. Der König gehört diesem Bataillon an.
1987 Der Cappeler Schützenverein e.V feiert sein 150jähriges Bestehen. Die Feiern zum Jubiläumsjahr werden eröffnet am 3. April mit einem Seniorennachmittag im Pfarrzentrum. Am 23./24. Mai veranstaltet der Schützenverein ein Frühlingsfest. Im Rahmen dieses Festes wird der erweiterte Schützenplatz am Martinswinkel eingeweiht. Das Jubelfest findet am 8., 9. und 10. August 1987 statt.
Zum Abschluß seien noch die traditionell guten Beziehungen zu den Nachbar-Schützenvereinen erwähnt, so zum Nördlichen Schützenbund Lippstadt, zum Schützenverein Liesborn und zum Schützenverein Bad Waldliesborn. Diese Vereine nehmen seit Jahren regen Anteil an den Schützenfesten des Cappeler Schützenvereins.
Soweit erst einmal der Teil unserer Geschichte, welche wir der Jubiläumsfestschrift von 1987 entnehmen konnten. Weitere Ergänzungen werden folgen.